750m Schwimmen – 20km Rad fahren – 5km Laufen! Dies ist die Zusammenfassung einer klassischen Sprintdistanz im Triathlon. Dass man sich in Pöhl daran nicht zwingend hält ist allgemein bekannt. So waren bereits im letzten Jahr 24km mit dem Rad zu absolvieren und die Laufstrecke enthält auch unscheinbare 900m zusätzlich für den geneigten Triathleten bereit. Doch was sich die Veranstalter diesmal als besonderen Leckerbissen ausgedacht haben, war nur noch schwer mit einem Augenzwinkern zu kommentieren.

Aber zurück an den Anfang: Der Triathlon in Pöhl ist und bleibt eine feste Adresse bei den Triathleten und so hieß es dieses Wochenende auf zur Talsperre Pöhl. Nachdem im letzten Jahr Matthi und meine Wenigkeit teilgenommen hatten, kam in diesem Jahr noch unser Neuzugang Jan hinzu. Mit unseren drei Rennrädern auf dem Fahrzeug machten wir einen professionellen Eindruck und hätten sicher auch bei jeder Radtour als Servicefahrzeug auftauchen können. 😉 Nach der Ankunft und der Registrierung wunderten wir uns zunächst, dass die Bojen für den Schwimmkurs noch nicht gesetzt waren, wurden dann aber doch schnell fündig. Unser Blick war einfach nicht weit genug in die Ferne geschweift. Jedenfalls gefühlt schienen die Bojen dieses Jahr doch etwas weiter weg zu sein, als letztes Jahr. Dieses „Gefühl“ hatten offenbar auch andere Sportler, denn nur kurze Zeit später versicherte der Veranstalter, dass die Strecke per GPS ausgemessen wurde und da sicher alles seinen ordnungsgemäßen Gang genommen hat. Na dem glaubt man doch! Da wir bereits vom Nichtstun ordentlich ins Schwitzen kamen, wurde das Anlegen des Neos bis zur letzten Sekunde hinausgezögert. Schön verteilt auf die drei Startblöcke (Klamsi – SB1; Matthi – SB2; Jan – SB3) begann der Wettkampf mit jeweils 8 Minuten Verzögerung.

Als bekanntermaßen mittelprächtiger Schwimmer war ich dann aber doch arg in Panik, als meine Uhr nach den „750 Metern“ mehr als 27 Minuten anzeigte. Mehr als 10 Minuten gegenüber dem letzten Jahr erschien mir dann doch ein wenig viel. Egal! Wie bei jedem Triathlon kam recht schnell der Moment, in dem einem das Blut wieder in die Beine schießt und der Schritt bis zur Wechselzone und dem Rad schwer wird. Schnell raus aus dem Neo und rauf auf’s Fahrrad. Die Radstrecke war bekannt und die Beine fühlten sich nach ein paar Minuten wieder gut an. Da die Zahl derer, die ich überholte deutlich größer war als die, die mich überholten, konnte dieser Abschnitt nicht so schlecht gelaufen sein. Auf dem Rückweg der ersten Runde kam mir dann schon Jan entgegen, welcher die 8 Minuten auf Matthi erwartungsgemäß schon beim Schwimmen so gut wie wettgemacht hatte und diesen dann auf der Radstrecke überholte. Mir schwante da bereits, dass auch mich dieses „Schicksal“ noch ereilen sollte. Matthi kam kurze Zeit später und ein kurzer Blick auf die Uhr machte deutlich, dass es wie immer sehr knapp zwischen uns war.

Nach 24km war dann der Wechsel zum Laufen und auch hier vergeudete ich diesmal deutlich weniger Zeit als noch beim Triathlon Moritzburg. Die Strecke war wie beim letzten Mal extrem kräftezehrend. Das Höhenprofil mit den steilen Anstiegen ist nach Schwimmen und Radfahren nicht gerade motivierend. Schon gar nicht, wenn die Schwimmstrecke mal eben um ca. 500m verlängert wurde. Doch auch beim Laufen kam nach einer Weile der Rhythmus wieder und irgendwann war die erste Runde geschafft. Runde zwei war dann jedenfalls bei mir eine Kopfsache. Irgendwie schafft man diese Runde auch noch. Am letzten Anstieg war es aber dann doch soweit und Jan hatte auch mich eingeholt, also bis dato schon 16 Minuten gut gemacht. „Respekt…“ dachte ich, aber an ein – wenigstens kurzes – Mithalten war nicht zu denken. Doch das Ziel war da nicht mehr weit und der Frust über den Schwimmteil zu diesem Zeitpunkt verflogen. Es ist jedesmal wieder ein beeindruckender Moment, wenn man das Ziel erreicht und sagen kann: „Ich hab es wieder geschafft!“

Ergebnisse:

NamePlatz
Gesamt
Platz
AK
Zeit
Gesamt
Zeit
Schwimmen
Zeit
Rad
Zeit
Laufen
Jan19301:26:3300:20:1600:42:1800:23:59
Klamsi1522901:42:3000:27:0400:47:0800:28:18
Matthi2023701:45:4500:26:1700:48:3300:30:55

Ein Nachtrag muss dann aber doch erlaubt sein. Wenn man eine Schwimmstrecke mit 750m ausweist, sollten auch wirklich nur 750m drin sein. 1,2km sind in hohem Maße unverantwortlich. Beim Schwimmen kann man eben nicht mal einfach so anhalten und sagen, ich schaff es nicht mehr. Wenn man bedenkt, dass bei der Veranstaltung auch Teilnehmer in hohem Alter sowie vielleicht nicht ganz so austrainierte Athleten dabei waren, kann man dafür kein Verständnis haben.

Nachtrag (24.08.2011): Zwischenzeitlich hat der Veranstalter sein Missgeschick auf seiner Homepage erläutert. Man habe dem GPS-Gerät wohl versehentlich 0,75 Meilen statt Kilometer mit auf den Weg gegeben. Daher waren dann ca. 1200m zu absolvieren. Also ich muss sagen, diese Story hat in ein paar Jahren das Zeug zum ganz großen Klassiker. Das mit den Umrechnungstabellen ist halt so ne Sache. 🙂 Nichts destro trotz war es wie immer eine gelungene Veranstaltung.