Matthi:      Bereits am Sonnabend konnte ich gemeinsam mit meiner Familie Wettkampfluft schnuppern, den Start der Halbdistanz haben wir uns nicht entgehen lassen. Die Vorfreude auf die sonntägliche Olympische Distanz stieg noch, nachdem ich einen nagelneuen Neoprenanzug erstehen konnte. Einem guten Schwimmen stand also nichts mehr im Weg, sollte man meinen.

Klamsi:      Stimmt. Eine gewisse Anspannung war auch am Samstag schon zu spüren. Und man hat höchsten Respekt vor den Teilnehmern der Lang- und Halbdistanzen. Wenigstens letztere ist das Ziel für die Zukunft.

Matthi:      Am Sonntag fiel dann pünktlich um 09.30 Uhr der Startschuss, standesgemäß aus einer Kanone. Das Schwimmen verlief leider nicht wie erhofft, schon nach wenigen hundert Metern steckte ich inmitten mehrerer andere Schwimmer fest, zudem lief es mit dem Kraulen nicht so wie gewünscht. Nach der Hälfte der Distanz stellte sich langsam ein besseres Gefühl ein, so dass ich dann doch nach 0:30:53 aus dem Wasser kam. Rund um die Wechselzone standen jede Menge Zuschauer, ich konnte meine Eltern entdecken, die mich ordentliche anfeuerten.

Klamsi:      Schwimmen. Den Teil mag ich am wenigsten. Es fehlt schlicht und ergreifend ein wenig die Technik, um energiesparend und trotzdem schnell durchs Wasser zu kommen. Aber mit einem Neoprenanzug sollte doch eigentlich was zu machen sein. Nach 200m zeigte sich die fehlende Erfahrung in Form von fehlendem Sauerstoff. Ich hatte gewaltig zu pumpen und musste mich der Erkenntnis beugen, dass ich mein Tempo schwimmen muss und nicht das der anderen. Ich brauchte gut bis zur Halbzeit, um meinen Rhythmus zu finden und von da an lief es eigentlich ganz gut. Nach 0:33:14 kam ich aus dem Wasser und eilte zur Wechselzone. Wie erwartet war Matthi bereits wieder weg. Ich hingegen lieferte ein fantastisches Bild für die Zuschauer ab. Minutenlang versuchte ich meinen Neoprenanzug auszuziehen. Meine einzige Hoffnung: Übung macht den Meister.

Matthi:      Der Wechsel aufs Rad klappte anschließend gut, und somit ging´s endlich zu meiner Schokoladendisziplin. Schade nur, dass es unmittelbar danach anfing zu regnen und das ordentlich. Trotzdem lief es richtig gut. Ich bin die Strecke eine Woche zuvor abgefahren und so hatte ich immer eine recht gute Orientierung, wie ich mit meinen Kräften haushalten muss. Nach 1:09:41 hieß es dann wechseln zum Laufen.

Klamsi:      Auf dem Rad fühlte ich mich deutlich wohler und auch die Beine fühlten sich gut an. Trotz des Regens und des böigen Windes war ich erstaunt über die gute Geschwindigkeit. Hier dachte ich mir, kann ich vielleicht ein paar Sekunden auf Matthi aufholen. Doch kurz vor dem Ziel kam er mir bereits entgegen und ich konnte mir ausrechnen, dass ich ca. 4 Minuten aufzuholen hatte. Trotzdem, mit 1:10:08 war ich sehr zufrieden.

Matthi:      Nachdem ich die ersten 500m durch unzählige Zuschauer  hinter mir hatte, kam mir Andi auf dem Rad entgegen. Kurzer Überschlag im Kopf: das wird ganz knapp, zumal Andi der bessere Läufer ist. Auf der Laufstrecke lief es dann überraschend gut, nach der ersten Runde war ich aber schon ganz schön platt. Die Zweite Runde war dann komischerweise nicht so schwer wie die erste. Als dann endlich der Schlosspark auftauchte war klar, dass am Ende eine Zeit unter 2:40:00 rauskommen würde. Der Lauf durchs Ziel war wunderbar, meine Familie wartete auf mich und ich war mit meiner Leistung wirklich sehr zufrieden.

Klamsi:      10km vorbei an unzähligen Zuschauern und dem Schlossteich sowie durch den Wald. Im Nachhinein ein wirklich tolles Gefühl. Aber während des Wettkampfes habe jedenfalls ich nicht viel davon mitbekommen. Die erste Runde lief wirklich gut. Der Schatten im Wald und das zum Glück nicht zu warme Wetter waren wirklich gute Bedingungen. Aber so sehr ich auch schaute, Matthi konnte ich vor mir nicht entdecken. Und mit der zweiten Runde schwanden meine Hoffnungen, die fehlende Zeit doch noch aufzuholen. Doch ein Blick auf die Uhr zeigte, dass eine Zeit unter 2:40:00 drin war und das Gefühl bei meiner ersten olympische Distanz unter dieser Zeit zu bleiben machte die letzten Meter zu dem ersten Moment, wo ich das begeisterte Publikum und die ganze Atmosphäre das erste Mal so richtig wahr nahm. Im Ziel wartete Matthi auf mich und gemeinsam waren wir mehr als zufrieden. Es wird sicher nicht unser letzter Triathlon gewesen sein.

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