Was für ein Kontrast. Vor drei Wochen noch auf der Langdistanz in Moritzburg unterwegs, hieß es diesmal statt 3,8-180-42 nur angenehme 650-20-4.
Nach meinem diesjährigen Highlight ist gerade Urlaub an der Ostsee angesagt. Und wie schon im letzten Jahr passte auch diesmal der Papendorfer Triathlon genau ins Programm. Nachdem das letzte Jahr mit Lufttemperaturen von über 35°C glänzte, ist dieses Mal eher Aprilwetter angesagt. Sonne, Regen und Wolken wechseln sich schneller ab, als die Wetterapps hinterher kommen.

Es kommt was auf uns zu

Für heute verhieß das Regenradar nichts Gutes. Trotz allem freute ich mich riesig auf so einen „kleinen“ Wettkampf. Einfach mal sehen, was so geht bei voller Pulle. Kein kontrolliertes Rennen bei überschaubarem Puls, sondern volle Kanne. So sah es mein „Plan“ vor.

 

Der kleine Ort Papendorf im Landkreis Rostock ist einmal im Jahr Schauplatz eines kleinen aber traditionsreichen Triathlons. Ziel war es, vor allem Kindern, Jugendlichen und Familien ein sportliches Triathlon-Event zu bieten. Eine familiäre und ruhige Atmosphäre zeichnen die Veranstaltung seit 2004 aus. Leider muss ich trotz der langen Zeit auch bei meiner zweiten Teilnahme sagen, dass es doch noch den ein oder anderen organisatorischen Missstand gibt. Am meisten stört mich, dass für den Schwimmstart zwar eine Zeit vorgegeben ist. Sich diese aber verschiebt, wenn die vorgelagerte Welle der Frauen und Staffeln doch etwas länger auf der Radstrecke unterwegs ist. An sich kein Problem, wenn man über diesen Umstand am Wasser informiert werden würde. War das letztes Jahr bei heißen Temperaturen kein Problem, fror man sich dieses Jahr alles ab und wusste nicht, wann man am besten ins Wasser geht, ohne danach noch eine gefühlte Ewigkeit zu zittern. Und warum die Einweisung so leise gesprochen werden muss, dass nur die unmittelbar daneben stehenden Starter etwas hören, erschließt sich auch nicht. Aber das sind Kleinigkeiten und ansonsten gefällt mir der Wettkampf ausgesprochen gut.

Und so fiel irgendwann der Startschuss und die 140 Teilnehmer stürzten sich in den – nun ja – ich nenn‘ es mal Tümpel. Gefühlt gerade groß genug, um vier Bojen unterzubringen, dauerte es auf der zweimal zu absolvierenden Runde bis zur dritten Boje, bis man einigermaßen kontrolliert schwimmen konnte. Ich hatte dabei den Fehler gemacht, mich nicht einfach nach vorn zu stellen. Und so hatte ich links, rechts, vorn und hinten gefühlte Menschenmassen, welche ein geordnetes Schwimmen unmöglich machten. Dazu kamen pausenlos Schwimmer, welche die Wege kreuzten. An ein Überholen war dabei nicht ansatzweise zu denken und meine Hoffnung auf eine bessere Schwimmzeit als letztes Jahr wurde nach einem Blick auf die Uhr nach zwei Runden jäh zerstört. Platz 50 nach dem Schwimmen waren keine gute Basis und ich muss gestehen, dass ich mir nach meinem deutlich intensiveren Schwimmtraining mehr erwartet hatte.

Der Wechsel klappte einigermaßen vernünftig und auf dem Rad wollte ich meinen Plan besser umsetzen. Gleich nach dem Einbiegen auf die 5km lange Radrunde, welche vier mal zu absolvieren ist, geht es bergan und der Blick auf den Schnitt ernüchtert auch hier zunächst. Aber bereits dort konnte ich zwei, drei Fahrer überholen und mein Puls lag mit 165 Schlägen deutlich über dem, was ich sonst so an den Tag lege. Aber es lief gut, der starke Wind störte mich nicht so stark und nach dem steilen Anstieg kam erwartungsgemäß die Abfahrt. Mit bis zu 60 km/h ging es wieder zurück zur nächsten Runde. Das Spiel wiederholte sich noch dreimal und dabei fand ich in einem Fahrer mit einem wirklich geilen Zeitfahrrad einen adäquaten Gegner, an dem ich mich messen konnte. Auf der Geraden konnte er einige Sekunden gut machen. Doch am Berg war ich wieder dran und auf der letzten Runde ließ ich mich nicht mehr überholen. Platz 22 nach dem Rad und die insgesamt sechstbeste Radzeit mit einem 35,5er Schnitt waren der verdiente Lohn.

Der Wechsel zum Laufen war mit fast einer Minute eher suboptimal. Ich muss unbedingt wieder meine Lock Laces in die Schuhe machen. Schleifen binden kostet einfach unnötige wertvolle Sekunden, die vor allem bei einem so kurzen Wettkampf am Ende fehlen können. Jetzt hieß es noch einmal alles geben und bis zum Anschlag gehen. Das Wetter war bis hierhin perfekt. Kein Regen und angenehme ich schätze mal 18°C. Mit 3:47min/km ging ich zu Beginn ein hohes Tempo und merkte, dass das vielleicht doch ein klein wenig zu schnell ist. Aber mein Ziel war, nah an die 4 Minuten pro Kilometer ran zu laufen. Diesmal wusste ich zudem, dass nach ca. 1,2 Kilometer ein ordentlicher Anstieg folgt. Aber erstaunlicherweise konnte ich auch hier das hohe Tempo halten und dabei einen zweiten Läufer überholen. Danach ging es schon bergab in Richtung Wechselzone wo die letzte Runde wartete. Auch in der zweiten Runde war noch genug Kraft da, um das das Tempo nicht nur halten sondern leicht zu erhöhen. Und so verbesserte ich mich noch einmal um drei Positionen.

Das Ziel vor Augen musste ich mit den anderen Läufern vor und hinter mir ordentlich sprinten um die Platzierung zu halten. Die Lunge war auf Anschlag aber als Ironman hat man schon ganz andere Kämpfe absolviert. 😉

Am Ende stand eine Zeit von 1h:11min:24sek und Platz 17 von 141 gestarteten Teilnehmern. Trotz dieses super Ergebnisses war ich noch lange danach hin und her gerissen, wie mein Fazit ausfallen soll. Fantastische Rad- und Laufzeit, aber eine miserable Schwimmperformance. Inzwischen habe ich mich entschieden. Ich bin sehr zufrieden!

Total
Swim
Bike
Run